Heide wurde einstens in westberlin geboren, das ist schon ganz schön lange her. Damals war das leben noch furchtbar gefährlich, weil das leben früher immer viel gefährlicher war als heutzutage. Es machte aber nichts aus, alle überlebten voller freude und ernährten sich mit vorliebe von kunsthonig und erdnußbutter. Unter diesen voraussetzungen war es nur zu natürlich, das heide eine zeitlang im friedlichen münchen, wo sich zärtliche hasn und gewitzte füxe wohlerzogen gutenacht sagen, an der akademie für eingebildete künstler die goldschmiedekunst studierte. Dort traf sie immerhin auf einige muntere goldschmiedegesellen, die sich nicht einen deut darum scherten, ob das herstellen von schmuck eine eingebildete Kunst sei oder nicht, sondern ihr augenmerk auf die pflege bayerischen brauchtums richteten, die darin besteht, sorgsam gezählte und kommentierte liter bieres in sich hineinzuschütten, den radi nicht vergessend.

Nachdem heide also festgestellt hatte, daß das leben in jeder stadt so seine reize hat, (es gibt allerdings jemanden, der das im falle neumünsters leidenschaftlich verneint) hinderte sie nichts daran, entschlossen nach berlin zurück zu kehren und dort ihrer hemmungslosen gier nach üppigem geschmeide und werbeflächenfreien küchen zu frönen. Ihre halbwüchsigen söhne entfernen resigniert und geduldig die etiketten vom kunsthonig -und vom erdnussbutterglas, bevor sie den frühstückstisch decken, während sich deren mutter damit vergnügt, unter zuhilfenahme von kartoffeln noch ein paar goldene kringel auf die flurwand zu drucken. So ein schönes leben!