so…
nach so langer Pause fällts ein bisschen schwer, wieder anzuknüpfen. Aber ich habe entdeckt, daß ich einen neuen Leser habe :-)
…und das beflügelt…
und ich nehme es zum Anlass, stirnrunzelnd darauf hinzuweisen, daß mündliche Kommentare zum Blog ja ganz nett sind, aber schriftliche würden mich mehr anspornen. Man kann so schlecht im luftleeren Raum schreiben.
ok. Ich sollte eigentlich grad die Hinterhaustreppe putzen, aber so kann ich mich noch ein bisschen davor drücken. Um wieder in Übung zu kommen, erledige ich jetzt das, was ich schon lange hätte machen sollen, ich schreibe das Leberpastetenrezept auf.
Streng genommen ist das ja keine Pastete, nicht mal Terrine dürfte es sich schimpfen. Ich hab das Rezept aus einem russischem Kochbuch und etwas abgewandelt - dort nannten sie es Paschtet - das klingt französisch mit einem heftigen, russischem Akzent; Marianne nennt es fein Leberpâté, Bucki Leberdingens, Anna naserümpfend Leberwurst.
Ich bleibe etwas einfallslos und unkorrekt bei Leberpastete.
Voraussetzung ist eine Zerkleinerungsmaschine. Ich habe einen Standmixer (oh innichgeliebter Standmixer, eine Ode an dich wäre auchmal fällig) und mit dieser herrlichen Maschine dauert das ganze fünf Minuten. Zwei davon benötigt man zum Braten von Hühnerleber in sehr viel Butter. Hühnerleber hat die merkwürdige Angewohnheit, beim Braten zu explodieren (wenn man sie nicht kleinschneidet). Das ist sehr aufregend. Um die Spannung noch zu erhöhen, wird die Hühnerleber in der Pfanne flambiert. Man kann natürlich etwas Weinbrand in einer Kelle anzünden und über die Leber giessen. Am eindrucksvollsten ist der Effekt aber, wenn man den Weinbrand gleich über die Leber schüttet.
Wenn dann beim Anzünden gleichzeitig mit dem emporloderndem Flammenmeer eine Leber explodiert - DAS nenn ich aufregende Kocherei! (oder auch “die dunkle Seite der Kochkunst”…)
Leider hab ich kein Gewürzwiesel. Eine Tatsache, die ich jeden zweiten Tag bedaure. Maggi ist ein nur ungenügender Ersatz. Ich gebs errötend zu. Maggi würde zwar weder einer Neptunschnecke den Garaus machen, noch ungebetene Besucher schachmatt setzen - aber egal, Maggi muss da rein, tut mir leid.
Ich stopf nun alles in meinen geliebten Standmixer, mit noch mehr Butter, einer halben Knoblauchzehe, ein paar Pfefferkörnern und einem guten Schuss Karamelsauce. Und Maggi, wie gesagt.
Deckel festhalten, Maschine anwerfen, zwei Minuten sich innerlich die Ohren zuhalten und fertig.
so, das wars. Die Mengenverhältnisse sind ungefähr so: Immer ein bisschen weniger Butter als Leber - also bei einem Pfund Leber ca 300 Gramm Butter. Euer Cholesterinspiegel ist mir doch egal. Gewürze nach Geschmack. Ich finde, bei einem Pfund Leber reicht eine halbe Knoblauchzehe - aber ich will mich nicht in alles einmischen. Nur zu, stürzt euch doch ins Unglück mit euren drei Knoblauchzehen!
Und den Weicheiern unter euch, den Leberkleinschneidern und Kellenflambierern, geb ich noch einen Tip: Ahornsirup statt Karamelsauce! Pah!
Januar 4th, 2008 at 17:47
Ich moechte hier kundtun, dass das Medel aus der Friedel eine hervorragene Leberpastete herstellt.
An der Stelle möchte ich mich nochmal entschuldigen, dass ich mehr gegessen habe, als mir zustand.
So kam der andere Gast etwas zu kurz.
Aber gut, er hatte ja noch Brot zur Wahl.
Vielleicht sollte das Friedelmedel noch einmal eine Tonne herstellen und wieder laden. Ich käme bestimmt mit einigen Berbern vorbei ….
Der Don