nervtötende Vorweihnachtszeit?

18. Dezember 2009

Nein, ich habe niemanden von der Gästeliste gestrichen!
Ich habe nur beschlossen, mit einer Tradition zu brechen und mein Atelierfest nicht mehr in der Vorweihnachtszeit stattfinden zu lassen.
Warum? Ich habe es einfach satt, mit den ganzen Weihnachtfeiern zu konkurrieren, die schon ab November überall stattfinden und die mindestens ein Drittel meiner Freunde verhindern, zu meinem Atelierfest zu kommen. Diese Weihnachtsfeiern sind eine richtige Pest geworden! Zusammen mit unzähligen Verkaufsveranstaltungen machen sie aus der Vorweihnachtszeit eine Art Hindernislauf, an dessen Ende man japsend feststellt, dass man die Baumkerzen vergessen hat, das Weihnachtsgeschenk für die Schwiegermutter fehlt und man überhaupt nicht mehr die geringste Lust hat, Weihnachten zu feiern.
Da will ich nicht mehr mitmachen.
So bedeutend war der Umsatz auf meinem Atelierfest wirklich nicht, als das ich nicht drauf verzichten könnte, mich in die nervensägende Schar der Weihnachtsprofitler einzureihen.
Das Fest wird also diesmal und auch sonst in den nächsten Jahren im grässlichsten Monat des Jahres stattfinden: im Februar, dann, wenn man eine Aufheiterung gut gebrauchen kann. Im Februar, wenn man den Winter mehr als satt hat, wenn man den Frühling so sehr herbeisehnt, dass man sich vor lauter Ungeduld zu dünn anzieht und immer Schnupfen hat, in diesem Matschmonat des immerwährenden grauen Himmels und des schauderhaften Schneeregens, dem kürzesten aller Monate, der trotzdem nie zuende gehen will und der das Wort Urlaub nicht kennt. Dann werden wir ein Atelierfest feiern, das auch sonst noch ein paar Traditionen über Bord werfen wird, denn es wird genug Bier auf dem Balkon stehen, und mir wurde schon ein selbstgebeizter Lachs versprochen und andere kulinarische Extravaganzen, die die Schmalz - und Leberpastetenvorherrschaft brechen werden.
Und wenn mich der Teufel reitet, könnte es sein, dass ich mir eine strenge Kleiderordnung ausdenke - wenn ich Lust habe, klein und gemein zu sein - denn ich weiß zwar, dass die Männer immer in ein lautes Wehgeschrei ausbrechen bei solchen Ankündigungen, aber die Frauen freuen sich meistens heimlich, selten getragene Prachtgewänder aus den Schränken zu ziehen oder sich sogar Verkleidungen auszudenken - und am Ende macht es doch allen Spass. So ein Fest wird viel glanzvoller, wenn man sich vorher ein bisschen Mühe gegeben hat.

Ein sehr erleichternder Beschluss war das jedenfalls für mich. Ich machs mir gemütlich und bereite in Ruhe mein kleines Weihnachtsfest vor - ich hab das nämlich immer noch gerne, wenn die Wohnung nach Tanne riecht und Wachskerzen, wenn ich kleine Geschenke verstecke, mir ein Essen ausdenke, saubermache, einen Baum behänge. Dann muss alles dunkel, geheimnisvoll und festlich sein, jeder muss sich in Schale werfen und zum Schluss, wenn überall raschelndes Geschenkpapier herumliegt, setzt man sich vors Feuer und trinkt alte, kostbare Getränke.

Falls jemand noch nicht weiß, welchen Nachtisch es zu einem Weihnachtsessen geben könnte, hier ein Vorschlag von mir:

Weihnachtstrifle

Ein Trifle ist die englische Antwort auf Tiramisu, einfach herzustellen und ungleich variationsreicher. Man braucht für ungefähr vier Leute diese Zutaten:

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drei bis vier Orangen
ein bis zwei Becher Sahne
eine Reihe Löffelbiskuits
eine Handvoll Minibaisers
eine halbe Packung Selbstmörderkekse (Das sind die weichen Kekse mit Orangenfüllung, vermittels derer man Selbstmord begehen könnte, weil man nicht aufhören kann, sie zu futtern)

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Man zerkleinert das Kekszeugs und packts in eine Schüssel.

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Dann schält man die Orangen mit einem sehr scharfen Messer so, dass auch die weiße Haut der Spalten verschwindet. Sind es Bio-Orangen, kann man vorher ein bisschen Schale in eine andere, große Schüssel reiben.

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Vorsichtig die Spalten aus der Schale herausschneiden. Ich finds wichtig, das keine Spaltenhaut im Trifle landet. Das verdirbt das ganze Trifle.

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Aus den Überresten der Orangen mit der Faust den restlichen Saft in die große Schüssel pressen und die Spalten mit dem Kekszeugs vermischen.

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Man braucht in der großen Schüssel ungefähr ein kleines Glas Orangensaft. Möglicherweise presst man noch eine zusätzlich aus. Jetzt gießt man die Sahne in dünnem Strahl dazu und schlägt das Ganze ununterbrochen mit dem Schneebesen dabei.

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Nun kann man würzen: Ich mag Muskat am liebsten dazu. Aber tut euch keinen Zwang an, wenn ihr Zimt, Nelken oder Cointreau gut findet. Kann man ja machen. Ich beschränke mich auf Muskat.

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Dann wird solange geschlagen, bis die Creme weiche Spitzen bildet. Zucker in der Creme ist unnötig, das Ganze ist süß genug.

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Zwei Drittel der Creme über das Kekszeugs und die Orangenspalten gießen.

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Alles gut vermischen.

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Den Rest der Creme obendrauf verteilen, glattstreichen und mit ein paar Minibaisers verzieren - oder auch nicht, ist mir doch egal.

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Jetzt mindestens drei Stunden ziehen lassen. Länger ist besser.

So, fertig.

Man kann ein Trifle richtig gut variieren. Ein Sommertrifle zum Beispiel: anstelle der Orangen nimmt man Himbeeren, die Sahne wird mit Himbeersaft angerührt (hier braucht man Zucker) und man verwendet nur Biskuits. Das wird ganz leicht und duftend.
Oder man macht ein sehr elegantes Trifle aus Kirschen und anstelle von Biskuits nimmt man Amarettini. Da kann man die Sahne mit Rotwein und einem Hauch Bittermandelaroma anrühren. Faustregel für die Creme ist: Halbsoviel Flüssigkeit wie Sahne.
Ausserdem kann man ohne Bedenken große Schüsseln voll davon herstellen, weil es am nächsten Tag noch besser schmeckt und jeder heimlich darin rumlöffelt, bis alles aufgefuttert ist.

Achja: Ich habe die Kommentarfunktion von allen Einschränkungen befreit und nu muss ich zwar wieder andauernd Spam löschen, aber ihr könnt wieder einfach so kommentieren, ohne euch anmelden zu müssen. Über ein paar Trifle-Ideen würde ich mich freuen.
Frohe Weihnachten!

Piraten!

22. September 2009

Liebe Leute, ich schreibe sehr selten in dieses Blog. Ich kriege deswegen hier und da eine Beschwerde von Mathias oder Frank und verspreche, mich zu bessern, aber ich bessere mich leider nicht.
Das liegt daran, daß ich fremdgehe – ich schreibe im Blog der Berliner Piratenpartei hier und da einen Beitrag, und mehr als ein, zwei Geschreibsel pro Monat schaffe ich nicht, damit hat sich meine Schreiblust meistens erschöpft. (sprich: Ich bin zu faul)

Ich bin der Piratenpartei im September 2007 beigetreten. Das war ein ganz spontaner Entschluss nach dem Lesen eines Artikels in der Telepolis; der Autor führte ein Interview mit einem Mitglied der Piratenpartei über deren Ziele und Vorstellungen. Mir hatte es die verschmitzte Ironie in diesem Artikel angetan und ich steckte meinen Antrag eine halbe Stunde später in den Briefkasten. Ich hatte nicht vor, aktiv mitzuarbeiten, aber ich fand, diese Jungs sollte man unterstützen. Und ich war sehr erleichtert, eine Gruppierung gefunden zu haben, die zum Urheber – und Patentrecht eine ähnlich kritische Meinung wie ich vertrat.

Aber es war nicht nur das. Als ich mich ein paar Tage später fragte, welcher Teufel mich wohl geritten habe, dass ich einer politischen Partei beigetreten bin – etwas, was ich bisher immer nur als peinlich für mich zurückgewiesen hatte - fand ich auf diese Frage noch zwei Antworten:
Das Konzept von Liquid Democracy, obwohl im Artikel nur grob umrissen, war für mich absolut faszinierend. Davon später mehr.
Ausserdem fand ich die politische Entwicklung in unserem Land beängstigend und suchte Gleichgesinnte, um mich nicht mehr so alleine zu fühlen.

Wenn man anfängt, regelmäßig im Internet Zeitungen zu lesen, Links zu folgen, Worte nachzuschlagen, Hintergründen nachzugehen, erfährt man viel mehr, als einem lieb ist. Man erfährt auch, dass es eine Menge Dinge gibt, die man nicht wissen darf. Man bekommt ein Gefühl für die alltägliche Manipulation und man fängt an, Nachrichten anders zu werten. Wenn man sich andere Nachrichtenquellen als die üblichen Tageszeitungen sucht, sich genauer über die Vorratsdatenspeicherung, das Zugangserschwernisgesetz, den RFID-Chip, das BKA-Gesetz usw informiert, dann ist man erschüttert, wie sehr man belogen und betrogen wird. Von den Politikern und von der offiziellen Presse, die denen in die Hände spielt. Mein Vertrauen in die parlamentarische Demokratie, so wie sie sich jetzt gerade bei uns darstellt, ist bei weit unter Null angelangt. Für die meisten Politiker empfinde ich nichts als Verachtung. Und weiß dabei noch, dass ich nur die Spitzen der Eisberge kenne. DAS ist beängstigend!

Wir haben alle Internet, sonst könntet ihr mein Blog hier nicht lesen – aber was fangt ihr eigentlich damit an? Ein bisschen bei Wikipedia nachschlagen und Bücher einkaufen? Mehr nicht? Ich bin doch auch nur ein mäßig interessierter Goldschmied, der gerne herumwerkelt, sich um seine Kinder kümmert und an seiner Wohnung rumbastelt. Aber irgendwie bin ich in diesen Informationssog geraten, ich kann meine Augen und Ohren nicht mehr zuschließen. Ich kann auch nicht mehr stillsitzen und abwarten, dass es vielleicht mal wieder besser wird, ich muss vor lauter Unruhe und Besorgnis irgendetwas unternehmen.

Seit dem 11. September 2001 sind unsere Bürgerrechte immer mehr beschnitten worden und die Schnelligkeit, mit der die Anti-Terror-Gesetzgebung aus dem Hut gezaubert wurde, läßt darauf schließen, dass die Entwürfe längst schon fertig in den Schubladen lagen. Und plötzlich leben wir in einem Überwachungsstaat, gegen den die Stasi-verseuchte DDR von damals geradezu harmlos wirkt – besonders deshalb, weil er von den meisten Leuten kaum als solcher wahrgenommen wird. Ich denke, wir sind dazu verpflichtet, etwas dagegen zu unternehmen. Zumindest müssen wir uns sehr viel genauer informieren, wir müssen wachsam sein, wir dürfen uns nicht mit der Tagesschau als einziger Nachrichtenquelle zufrieden geben. Nutzt man das Internet gezielt als Informationsquelle, erweitert man nicht nur seinen Horizont, man begegnet auch einer neuen Form von gesellschaftlicher Gestaltung.
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Das Internet revolutioniert still, leise und stetig die Welt. Es ermöglicht uns, uns anderen mitzuteilen. Es ermöglicht uns, Ideen, Werke, Informationen schnell und einfach auszutauschen, gemeinsam zu erarbeiten, einzubringen zum Nutzen und Wohle aller. Das hat in jedem Lebensbereich und in allen Politikfeldern gravierende und sehr positive Auswirkungen. Die Mentalität des Teilens ist essentiell. Wer teilt, gewinnt dazu. Wer teilt, lebt ein sinnvolles Leben. Wer sich an anderen bereichert, hat in letzter Konsequenz verloren. Diese Mentalität erschüttert unsere bisherigen Machtstrukturen ganz erheblich. Aus diesem Grund sind die Bestrebungen, das Teilen einzuschränken oder zu verbieten so stark geworden. Und daraus ist die Piratenbewegung entstanden. Um das Teilen zu beschützen und weiterhin zu ermöglichen. Damit sich alle bilden können, damit alle teilhaben können, damit alle zusammenarbeiten können, damit sich alle inspirieren lassen können zu eigenen Schöpfungen - die Liste würde ellenlang und mündet in einer Vision von einer Welt, in der es sehr viel menschlicher zugehen wird, als das jetzt der Fall ist.

Ich bin von den Möglichkeiten, die das Internet bietet, von Anfang an begeistert gewesen. File-sharing zum Beispiel, ist für mich eine wunderbare Methode, mit Anderen zu teilen, und ich frage mich bis heute, warum das, was ich früher analog gemacht habe – mir Platten ausgeliehen und sie auf Kassetten kopiert – heute als digitaler Vorgang plötzlich strafbar ist.
Mit Hilfe des Internets kann man sich vernetzen. Man kann extrem schnell Infomationen austauschen, mit Anderen diskutieren, sich organisieren, sich gegenseitig unter die Arme greifen, wenns nötig ist, und man kann sogar abstimmen. Ohne Zeit für Wege zu verschwenden. Man kann an ganz vielen Prozessen teilhaben, wenn man will. Man kann sich eine fundierte Meinung bilden, und man kann selbst meinungsbildend sein. Das Internet ist keine Einbahnstrasse - wenn man Fragen stellt, werden sie beantwortet. Im Internet ist Kommunikation auf Augenhöhe möglich. Das Internet ist strukturell demokratisch. Wir können und müssen das nutzen.

Innerhalb der Piratenpartei wird an einem Konzept gearbeitet, das sich Liquid Democracy nennt. Liquid Democracy soll es möglich machen, diese rasant wachsende Partei so zu organisieren, dass sie wirklich von den Mitgliedern gestaltet wird. Die Piratenpartei will ohne Hierarchien auskommen, sie bietet jedem Mitglied alle Möglichkeiten zur Mitarbeit in jeder Form an. Das erinnert ein bisschen an die Grünen in ihren Anfängen – aber wir werden nicht so traurig enden wie die Grünen, die vor zehn Jahren endgültig ihre Unschuld verloren haben, als sie Joschka Fischer in den Kosovo- Krieg gefolgt sind. Wir haben etwas, was die Grünen nicht hatten – wir haben das Internet, um uns wirklich demokratisch zu organisieren, und das werden wir auch tun. Ein Joschka Fischer hätte bei den Piraten keine Chance. Und wenn die grüne Basis erstmal merkt, wie gut Meinungsbildung und Mitgestaltung bei uns funktionieren – dann will sie das sicher auch haben. Liquid Democracy soll unser Exportschlager werden, unser trojanisches Pferd, mit dem wir die Parteien verändern wollen, unser Demokratie-Virus, an dem wir solange arbeiten werden, bis er auch Kommunen und irgendwann auch Länder erreicht.

Deswegen bin ich dabei. Und mache Wahlkampf, obwohl ich viel lieber an dem Konzept von Liquid Democracy weiterarbeiten würde. Als wir unseren letzten Landesparteitag hatten, Anfang diesen Jahres, waren wir mal grade gut fünzig Leute in Berlin, von denen so etwa zwanzig wirklich aktiv waren. Damals mußten wir Kandidaten für die Bundestagswahl aufstellen, und weil es blöd ausgesehen hätte, wenn da gar keine Frau auf der Liste gestanden hätte, hab ich mich aufstellen lassen. Es war ganz einfach niemand anderes da. Hätte ich gewußt, was das plötzlich für eine Dynamik entwickelt, hätte ich mir das dreimal überlegt.

Wir haben jetzt 670 Mitglieder allein in Berlin, und die sind hochmotiviert – das ist ansteckend und anstrengend zugleich. Im Moment frißt mich das auf, ich komme zu nichts anderem mehr. Zum Glück dauert es nur noch eine Woche. Dann können wir wieder in Ruhe an der Weltrettung arbeiten - was viel mehr Spass macht…

So, und wenn ihr jetzt immer noch nicht wißt, was ihr wählen sollt: Na, dann wählt einfach mich - ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt!

Achja, und falls ihr euch mal zu ein paar Kommentaren hier durchringen würdet, dann hätte ich wesentlich mehr Lust, hier öfter zu schreiben…

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4. September 2009

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…und einigen Herren, aufgenommen anläßlich einer Feier, die die dreißiger Jahre zum Thema hatten. Dockarbeiter, Kleinkriminelle aus Leidenschaft, Mitglieder von patriarchalisch organisierten Brauchtumsgruppen, mindestens zwei Intendanten, dazu etliche Drogenbarone, leichte Mädchen und schwere Damen feierten bis in die Vormittagsstunden des folgenden Tages - wie sich das gehört ;-)

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nicht zuletzt auch wegen der hervorragenden Arbeit des Barkeepers, der unermüdlich inspirierende Spirituosen mit gleichmäßiger Gerechtigkeit an das herumlungernde Publikum verteilte…
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Japan

16. März 2009

..braucht mir ja keiner zu glauben (nicht mal ich glaubs wirklich), aber ich war in Tokyo und Kyoto (der Stadt für Anagramm-Liebhaber).
Was ich da gemacht habe?
Mich verlaufen. U-bahn gefahren, bei Muji (dem Ikea für Japaner) einen Haufen Zahnbürsten gekauft - schön schlicht, nicht so grellfarbene Ninjaturtle-Mutanten, wie man sie bei uns nur noch findet. Mich in süßen Aal und Fischrogen jeder Sorte gelegt. Mich mit Sushi und Nudelsuppe vollgestopft. Einen Kulturschock erlitten: Sich auch im Schlaf noch verbeugen, ununterbrochen lächeln, eine Gabel für ein mittelalterliches Folterinstrument halten, andauernd zu heiss baden. Und Visionen haben. Zum Beispiel:
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Spike Spiegels Swordfish rast durch Tokyo…

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der Predator lümmelt gut getarnt auf einem Vordach herum…

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die Pillar Of Autumn zieht langsam über Kyoto hinweg…

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C3PO auf dem Weg ins Krebsrestaurant überrascht!

wat macht Pauli während der Schulzeit??

12. Juni 2008

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Herr Schröder und die rote Zora

9. Oktober 2007

…aus gegebenem Anlass veröffentliche ich aus meinen streng geheimgehaltenen Memoiren einen kleinen Auszug…

(höhö)

Ich hatte mir einstens einen Europaführerschein besorgt. (wozu auch immer) Bei einem Amt.
Dieses Amt heißt “Bürgeramt” in neudeutscher Mundart.
Früher hiessen diese Orte Einwohnermeldeamt und man war dazu verdammt, ein „zuständiges“ zu konsultieren, wobei die paar Zehlendorfer ein gepflegtes, luxuriös spärlich frequentiertes Amt mit wohltuend leeren Gängen ihr Eigen nannten, während zum Beispiel die Neuköllner – ach, reden wir nicht über das Neuköllner Einwohnermeldeamt, reden wir am besten garnicht über die Neuköllner…

Jedenfalls kann man sich mittlerweile, im Rahmen einer schleichenden Auflösung und Verfalls guter deutscher Amtssitten sein Bürgeramt selber aussuchen, und unter der Hand bekam ich einen Tip für das Bürgeramt mit der kürzesten Wartezeit: …NIE länger als zwei Minuten, du glaubst es nicht…
Es gibt kaum etwas Entnervenderes als zu warten, und ausserdem ist es immer wieder aufregend zu reisen. Ich machte mich also auf den Weg zu einem Ort namens Oberschöneweide (jaja… da sagen die Wirklich Witzigen Leute Oberschweineöde zu, wissen wir ja… *gähn* )
Man fährt mit der S-Bahn dahin und steigt irgendwann im Irgendwo aus und findet sich wieder inmitten einer polnischen Kleinstadt, die der lange Arm des Kapitalismus mit einem kleinen Finger gerade zu kratzen anfängt. Jedenfalls sieht es da akkurat so aus. Myslyborzc oder so..
Das Bürgeramt, ein kleines Backsteinhäuschen, von einem unaufgeregtem Architekten ordentlich saniert, umspült von den Wogen einer Ausfallstrasse, ist eingerahmt von so abartig gesichtslosen Häusern, daß man aus Angst, beim näheren Betrachten dieser Bauwerke vorzeitig zu erblinden, sich wie ein Selbstmörder todesmutig in die Wogen der Ausfallstrasse stürzt, die Augen starr auf das stillzufrieden daliegende Backsteinhaus gerichtet, nichts als hinein, hinein will man da, entkommt mit knapper Not der Mittelklasseblechlawine, öffnet eine schlichte Tür und da ist man…uff, gerettet.
Verblüfft.
Denn man betritt ein Entré, eine Art Empfangssalon…ein paar Stühle, eine Rezeption, nichts als Tageslicht.
Hinter der Rezeption ein Mädel mit wilden, hennarot gefärbten Haaren, die wohl ihre grade beim Friseur weilende Mama vertritt.
Sie fragt nach meinem Begehr und freut sich, weil ich sowas Schönes, Unkompliziertes möchte. Mit Begeisterung für das Wahre und Gute überreicht sie mir einen Zettel mit einer Nummer drauf, erklärt mir die architektonischen Besonderheiten ihres Hauses (….die Amtsräume sind alle im oberen Stockwerk, aber wir haben auch Toiletten im Zwischengeschoss…) und empfiehlt mir, die Bequemlichkeiten des Interieurs zu nutzen; aber dazu kommt es nicht, denn schon blinkt meine Nummer auf dem Display, und bevor ich mich auf irgendeinem Stuhl niederlassen könnte, steige ich die Treppen empor zu den Amtsräumen, finde den mir zugewiesenen, trete ein und unterbreche eine muntere Diskussion über die neuen amerikanischen Einreisebestimmungen, an der sich die Damen an ihren Schreibtischen sowie das Publikum gleichermassen beteiligt.
Wiederum: Nichts als Tageslicht.
Ich darf nu endlich mal Platz nehmen, krame meinen ausgedruckten Antrag hervor, ernte ein warmes Lob dafür, dass ich ihn so schön mit dem Computer ausgefüllt habe, darf meine EC-Karte in den kleinen Automaten stecken, ohne mich auch nur einen Zentimeter von meinem Stuhl zu rühren, (…wir haben nämlich schon ganz schön neue Technik hier…) bekomme eine Quittung ausgestellt und mit mitfühlendem Bedauern mitgeteilt, daß das aber so seine Zeit dauere mit dem neuen Führerschein…mit zwei Monaten müßt ich schon rechnen…

Ob das das Tageslicht macht?
Lauter nette und kompetente Leute in einem Bürgeramt. Ich war schwer beeindruckt! Nach knappen sieben Minuten hatte ich meine Angelegenheit beendet und stand wieder draussen. In äh..Oberschöneweide-Myslyborsz.

Ich beschloss, diesen interessanten Ort sofort zu verlassen und ihn beim Abholen meines Führerscheins näher in Augenschein zu nehmen. Vielleicht.
Der Sommer verstrich und ich machte mich abermals auf den Weg in die Ödnis des Berliner Südostens, in der das beste aller Bürgerämter in einem Backsteinhäusschen gleichsam wie eine Oase in der Wüste liegt.
Diesmal benutzte ich als Ortskundiger und fast schon Einheimischer die Unterführung und schonte so Nerven und Hacken.

Die rothaarige Schönheit lümmelte schon wieder hinter der Rezeption herum und flirtete mit einem wackeren Bürgersmann. Sie schien doch tatsächlich zum Personal zu gehören.
Still und leise, um nicht etwaige zarte Anbahnungsversuche zu unterbrechen, stellte ich mich irgendwohin und versuchte, diskret woanders hinzukucken, aber sie unterbrach sich mit erfrischender Unbekümmertheit und wies mich ohne Umstände, Zettel, Nummern und Federlesens wiederum in den ersten Stock in ein anderes Zimmer (…denn Sie wollen ja bloss abholen, oder? Da müssen Sie nicht warten…gehen Sie einfach nur rein zu unserem Herrn Schröder…)
So lernte ich Herrn Schröder kennen.
Auf den war ich völlig unvorbereitet.
Meine gesammelte Lebenserfahrung reichte nicht aus, um mich auf Herrn Schröder irgendwie einzustimmen, ja, ihn auch nur zu erahnen, war mir unmöglich.
Herr Schröder, ein Herr mittleren Alters, und zwar des ganz und gar unbestimmbaren mittleren Alters, trug einen Pepita-Anzug und eine Fliege. (Könnt ihr nicht mal einen Moment innehalten und euch das vorstellen? Einen Pepita-Anzug! Und eine Fliege!!)
Er residierte in einem kleinen Büro am Ende des Ganges -Tageslicht – mit einem großen Bücher- und Aktenregal, einem Schreibtisch und zweien bequemen, sesselartigen Stühlen ausgestattet, so daß man sich beinahe wie beim Psychater vorkam.
Er winkte mir, doch einzutreten und bat einer Handbewegung darum, die Tür offen zu lassen; wie es schien, mochte er offene Türen.
Dann lächelte er ein angedeutetes Heinz-Erhardt-Lächeln und wies als nächstes auf den Sesselstuhl, denn er telefonierte.
Ich setzte mich und hörte, durch sein Lächeln ermuntert und eingeladen, ungeniert zu.
Herr Schröder telefonierte mit Hingabe und Muße. Er lächelte abwechselnd mich und den Hörer an, strich sich über sein spärliches Haar, erklärte nochmals, beruhigte, ermunterte, versprach, begann von vorn, lächelte, legte den Kopf schief, hörte sinnend zu und begann wieder von vorne.
Schießlich hatte er das Wesen am anderen Ende überzeugt, daß es nun auch garnichts mehr zu sagen gäbe, daß ihre Passangelegenheit in seinem Amt in den wirklich allerbesten Händen läge, daß er sich selbst persönlich vom Fortgang der Angelegenheit überzeugen würde, ja, täglich, und ihr sofort, aber auch sofort Nachricht geben wolle, sobald sie ihren Pass abholen könne.
Behutsam legte er den Hörer auf.

Dann wandte er sich mir zu.

„Sie sind so geduldig, wie Sie reizend sind, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf…“
Er verneigte sich im Sitzen in meine Richtung und zupfte kurz am Sitz seiner Fliege.
„Womit kann ich Ihnen dienen?“

Hätte ich ihm nicht schon eine Weile zugehört, mir wäre doch tatsächlich der Mund offen stehngeblieben. So aber konnte ich ihm errötend verraten, daß ich nichts als meinen neuen Führerschein bei ihm abholen wolle.

„Wenn Sie so freundlich wären, mir Ihren Alten auszuhändigen?“
Er erhob sich und begann in einer Registratur zu blättern.
„Hier haben wir ihn auch schon…voila..“
Er fischte eine Unterlage hervor, der er meine neue Führerschein-Chipkarte entnahm.
„Und Sie wollen ihren alten Führerschein behalten? Das kann ich gut verstehn. Ich würde mich auch ungern von dem guten Stück verabschieden…Na, dann werde ich ihn mal ganz vorsichtig ungültig machen…nicht das ich noch auf Ihr hübsches Foto stempele…keinen Tag älter sind Sie geworden, wirklich und wahrhaftig…bittesehr…“
Charmant lächelnd überreichte er mir meine beiden Führerscheine und verabschiedete mich mit einer kleinen Verbeugung, welche gleichzeitig einen neuen Besucher hereinkomplimentierte…

Bürgeramt II
Leitung: Frau Heine
Info-Telefon: (030) 6172-4000
Fax: (030) 6172-4021

Michael Brückner Str. 1, 12439 Berlin

S-Bahnhaltestelle Schöneweide

Mo 8.00-15.00 Uhr
Di 11.00-18.00 Uhr
Mi 7.00-13.00 Uhr
Do 11.00-19.00 Uhr
Fr 8.00-13.00 Uhr

kleine Änderung

30. Juli 2007

ich habs satt, jeden Tag 123 Spameinträge zu löschen. Ich habe jetzt folgende Option aktiviert: “Benutzer müssen zum Kommentieren registriert und angemeldet sein.”
Die Meisten sind sowieso zu faul zum Kommentieren, und die Braven, die hier und da einen Kommentar hinterlassen, müssen sich eben einmal die Mühe machen und sich registrieren. Tut mir ja leid…aber der Spam NERVT wirklich.

so…

20. Juni 2007

nach so langer Pause fällts ein bisschen schwer, wieder anzuknüpfen. Aber ich habe entdeckt, daß ich einen neuen Leser habe :-)
…und das beflügelt…
und ich nehme es zum Anlass, stirnrunzelnd darauf hinzuweisen, daß mündliche Kommentare zum Blog ja ganz nett sind, aber schriftliche würden mich mehr anspornen. Man kann so schlecht im luftleeren Raum schreiben.

ok. Ich sollte eigentlich grad die Hinterhaustreppe putzen, aber so kann ich mich noch ein bisschen davor drücken. Um wieder in Übung zu kommen, erledige ich jetzt das, was ich schon lange hätte machen sollen, ich schreibe das Leberpastetenrezept auf.
Streng genommen ist das ja keine Pastete, nicht mal Terrine dürfte es sich schimpfen. Ich hab das Rezept aus einem russischem Kochbuch und etwas abgewandelt - dort nannten sie es Paschtet - das klingt französisch mit einem heftigen, russischem Akzent; Marianne nennt es fein Leberpâté, Bucki Leberdingens, Anna naserümpfend Leberwurst.
Ich bleibe etwas einfallslos und unkorrekt bei Leberpastete.
Voraussetzung ist eine Zerkleinerungsmaschine. Ich habe einen Standmixer (oh innichgeliebter Standmixer, eine Ode an dich wäre auchmal fällig) und mit dieser herrlichen Maschine dauert das ganze fünf Minuten. Zwei davon benötigt man zum Braten von Hühnerleber in sehr viel Butter. Hühnerleber hat die merkwürdige Angewohnheit, beim Braten zu explodieren (wenn man sie nicht kleinschneidet). Das ist sehr aufregend. Um die Spannung noch zu erhöhen, wird die Hühnerleber in der Pfanne flambiert. Man kann natürlich etwas Weinbrand in einer Kelle anzünden und über die Leber giessen. Am eindrucksvollsten ist der Effekt aber, wenn man den Weinbrand gleich über die Leber schüttet.
Wenn dann beim Anzünden gleichzeitig mit dem emporloderndem Flammenmeer eine Leber explodiert - DAS nenn ich aufregende Kocherei! (oder auch “die dunkle Seite der Kochkunst”…)

Leider hab ich kein Gewürzwiesel. Eine Tatsache, die ich jeden zweiten Tag bedaure. Maggi ist ein nur ungenügender Ersatz. Ich gebs errötend zu. Maggi würde zwar weder einer Neptunschnecke den Garaus machen, noch ungebetene Besucher schachmatt setzen - aber egal, Maggi muss da rein, tut mir leid.

Ich stopf nun alles in meinen geliebten Standmixer, mit noch mehr Butter, einer halben Knoblauchzehe, ein paar Pfefferkörnern und einem guten Schuss Karamelsauce. Und Maggi, wie gesagt.

Deckel festhalten, Maschine anwerfen, zwei Minuten sich innerlich die Ohren zuhalten und fertig.

so, das wars. Die Mengenverhältnisse sind ungefähr so: Immer ein bisschen weniger Butter als Leber - also bei einem Pfund Leber ca 300 Gramm Butter. Euer Cholesterinspiegel ist mir doch egal. Gewürze nach Geschmack. Ich finde, bei einem Pfund Leber reicht eine halbe Knoblauchzehe - aber ich will mich nicht in alles einmischen. Nur zu, stürzt euch doch ins Unglück mit euren drei Knoblauchzehen!
Und den Weicheiern unter euch, den Leberkleinschneidern und Kellenflambierern, geb ich noch einen Tip: Ahornsirup statt Karamelsauce! Pah!

kleiner Test

23. April 2007

das find ich gut, daß ich jetzt dank des Großen Meisters DRUIDE kleine Filmchens einstellen kann :-)
Das bringt Schwung in die verlassene Bude hier.

Abendveranstaltungen

3. Oktober 2006

wollte ich schon längst schreiben, hole ich jetzt nach…

Sooft treibe ich mich ja nicht abends herum, aber manchmal zwingen mich die Ereignisse in Berlin, meine Höhle zu verlassen und mich diversen Abendveranstaltungen - hinzugeben - kann man nur sagen.

Am zehnten September in Lichtenberg. Ein Stadtteil Berlins, dessen Namensnennung höchstens ein vages Mißtrauen hervorruft. Was ist denn schon in Lichtenberg? Jedenfalls gibt es in Lichtenberg eine kleine Ortschaft, umschlossen von Bahngleisen und nur durch Tunnel erreichbar, namens Victoriastadt. Merkwürdige Atmosphäre - Gründerzeit mit durchgängig nur drei Stockwerken - dort wirkt es ein bisschen wie ausserhalb der Zeit.

Als Berlin noch glaubte, Geld ausgeben zu können, bekamen engagierte Leute ordentlich Zuschüsse, um sich die verfallenen Häuser mit viel Eigenleistung selbst herrichten zu können, was zur Folge hatte, daß sich viele Häuser dort in gemeinschaftlichem Wohneigentum befinden und die Bewohner dort, zusammengeschweißt durch Blut, Schweiß und Tränen des Auf - und Umbaus, inniger als sonstwo zusammenleben.

Man stelle sich zwei Häuser übers Eck vor, die sich einen Hinterhof teilen. Im Hinterhof steht eine hübsche Remise, die Bewohner haben sich alle großzügige Balkone geleistet.

Dort fand auf dem Dach der Remise eine Aufführung von Shakespeares “der Sturm” statt, inszeniert, arrangiert, ausgestattet und aufgeführt von den Bewohnern des Viertels.

Als ich dort arglos und völlig unvorbereitet ankam, wurde ich sogleich von einer liebwerten Dame unter die Fittiche genommen, die mich in den zweiten Stock des einen Hauses führte, in ihre Wohnung, durch ihr Schlafzimmer, auf den Balkon zu den anderen dort schon versammelten Zuschauern, mir ein Glas Wein in die Hand drückte und später, als mit der sinkenden Dämmerung die Kühle zunahm, uns mit Decken und Jacken versorgte.

Allein diese Szenerie war schon reizvoll genug, die Aufführung war noch besser.

Vor allem die Windgeister waren absolut sehenswert, dargestellt von allen Nachbarskindern jeder Altersstufe, ich glaube, das Kleinste war grade mal drei Jahre alt.

Natürlich ist es immer nett, Kindern zuzukucken, die eifrig auf einer Bühne beschäftigt sind - aber diesen muss man ein besonderes Kompliment aussprechen: Nicht nur, daß sie eine großartige Bande leidenschaftlicher Windgeister waren, (in sehr hübschen Kostümen, nebenbei bemerkt) sie waren auch absolut diszipliniert und professionell.

Genauso wie die beiden Hauptdarsteller Miranda und ihr Prinz Ferdinand, beide vierzehnjährig, die die erwachsenen Darsteller - auch mit ganz bemerkenswerten Leistungen - glatt an die Wand spielten.

Möglicherweise lag es daran, daß die zwei schon in der Grundschule gern zusammen Theater gespielt hatten, wie ich mir hinterher sagen liess. Sie spielten innig und lässig zugleich, mit kleinen, verbalen Ausbrechern in den heutigen Slang, spontan und niemals forciert, zwei lustige und selbstbewußte Jugendliche, die als Einzige dieses Stück nicht nur gut spielten, sondern es mühelos und ganz nebenbei ins Heutige verlagerten, überzeugend und ganz und gar bezaubernd.

Die zwei würde ich furchtbar gern als Romeo und Julia sehn!

Einen Sonntagabend später, am 17. September, fand endlich das verschobene und lang erwartete Konzert von DISTURBED in der Columbiahalle statt.

Es war zu kurz!

Ein charismatischer Frontmann, ausgezeichnete Musiker, bemerkenswert klare Akkustik, kein Klangbrei trotz enormer Lautstärke, ein begeistertes Publikum, mitreißende Stücke - das hätte ich mir mindestens noch eine halbe Stunde länger gewünscht! Es dauerte aber nur eine gute Stunde, leider…

Lustig war, wie sie mittendrin ein Stück von Genesis (land of confusion) gecovert haben - richtig gut - und ein paar alte, gestandene Metaller - die mich ununterbrochen mit Bier und Zigaretten versorgten - eher pikiert darauf reagierten, während das Jungvolk (Genesis? irgnwo schomma gehört…) sich dabei prächtig amüsierte ;-)